Restaurants führen Alkohol-Aufpreis ein: "Wer noch trinkt, muss mehr zahlen"
FRANKFURT (dpo) – Nachdem alkoholfreie Getränke in deutschen Restaurants jahrzehntelang zu Wucherpreisen verkauft wurden, dreht sich das Blatt: Immer mehr Gastronomen verlangen nun einen Aufschlag von Gästen, die noch Alkohol konsumieren. "Alkoholtrinker sind eine schrumpfende Minderheit geworden", erklärt der Deutsche Gastronomie-Verband die Maßnahme.
Die neue Preisstruktur sieht vor, dass klassische alkoholische Getränke künftig 40 bis 60 Prozent teurer werden als ihre alkoholfreien Pendants. "Ein Bier kostet dann halt 12 Euro, während das alkoholfreie bei fairen 8 Euro bleibt", so Verbandssprecher Thomas Kellermann. Man wolle damit die "gesellschaftliche Sonderstellung" der Alkoholtrinker angemessen abbilden.
Besonders pikant: Restaurants müssen nun spezielle "Alkohol-Zonen" einrichten, ähnlich wie früher Raucherbereiche. "Wir haben einfach nicht mehr genug Nachfrage, um in jedem Bereich Alkohol anzubieten", begründet die Berliner Gastronomiebetreiberin Sandra Hoffmann die Entscheidung. In ihrer Bar gibt es Wein nur noch auf Vorbestellung.
Der Verband rechnet damit, dass bis 2027 in 80 Prozent aller deutschen Restaurants alkoholfreie Cocktails günstiger sein werden als Leitungswasser – sofern überhaupt noch jemand Leitungswasser bestellt.